L-Theanin

Aminosäure aus grünem Tee

Nimmt dem Espresso in manchen Studien das Zittern. Solo als Abend- oder Anti-Stress-Kapsel kaum mehr als teurer Grüntee-Extrakt.

Studiendosis
100–200 mg
Häufige Kombi
Mit Koffein, etwa 2:1
Studien
Klein und kurz
EU-Status
Als Nahrungsergänzung im Handel

Kapitel 1:Wirkung & Studienlage

Kapitel 2:Was passiert im Körper?

L-Theanin ist eine Aminosäure, die fast nur in der Teepflanze vorkommt. Sie baut kein Eiweiß auf, sondern trägt zum herzhaften Umami-Geschmack von Tee bei. Beschatteter Tee wie Matcha oder Gyokuro enthält besonders viel.

  1. 01

    Ab ins Gehirn

    Theanin wird im Darm aufgenommen und gelangt nach Tierdaten über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn.

  2. 02

    Entspannte Wachheit

    In kleinen Studien zeigen Hirnstrommessungen nach Theanin mehr Alpha-Wellen. Die stehen für einen ruhigen, aber wachen Zustand.

  3. 03

    Botenstoffe im Tierversuch

    Bei Tieren beeinflusst Theanin GABA, Dopamin und Glutamat-Rezeptoren. Wie stark das beim Menschen passiert, ist unklar.

  4. 04

    Team mit Koffein

    Zusammen mit Koffein schneiden Probanden in einigen Studien bei Aufmerksamkeitstests etwas besser ab als mit Koffein allein. Nicht alle Studien finden das.

Kapitel 3:Einnahme & Formen

  • 100–200 mg, für den Fokus oft zusammen mit 50–100 mg Koffein.
  • Eine Tasse Grüntee enthält meist deutlich weniger als die Studiendosis.
  • Abends ohne Koffein, wenn es um Entspannung geht.

In Lebensmitteln

QuelleMenge
Grüner Tee (1 Tasse, 200 ml)ca. 10–30 mg
Schwarzer Tee (1 Tasse, 200 ml)ca. 5–25 mg
Matcha (1 TL, ca. 2 g)ca. 20–40 mg, stark schwankend

Kapitel 4:Für wen & Risiken

Sinnvoll für

  • Menschen, die von Kaffee nervös werden und eine sanftere Kombi testen wollen
  • Wer ein gut verträgliches Experiment für Fokus sucht, ohne große Erwartungen

Eher nicht für

  • Menschen mit ausgeprägter Angst oder Dauerstress: Das gehört ärztlich abgeklärt
  • Wer erwartet, dass Theanin allein deutlich fokussiert
  • Schwangere und Stillende, weil Daten fehlen
  • Gilt als gut verträglich.
  • Wechselwirkungen mit Blutdruckmitteln sind denkbar, aber wenig untersucht.
  • Langzeitdaten zu hohen Dosen fehlen, für Schwangerschaft und Stillzeit fehlen Daten.
  • Blutdrucksenker: Eine leichte Verstärkung ist denkbar, aber wenig untersucht.
  • Beruhigungsmittel: Zusammenwirken theoretisch möglich, kaum untersucht.
Rechtsstatus EU: In Deutschland als Nahrungsergänzung im Handel. Beantragte EU-Aussagen zu Entspannung, Konzentration und Schlaf wurden nicht zugelassen.

Kapitel 5:Mythen & Begriffe

  • MythosL-Theanin macht schläfrig.

    FaktNein. Es wirkt nicht sedierend, die Studien beschreiben eher entspannte Wachheit.

  • MythosEine Tasse Grüntee liefert die Studiendosis.

    FaktEine Tasse enthält meist 10–30 mg. In Studien sind es 100–200 mg.

  • MythosTheanin hebt die Wirkung von Koffein auf.

    FaktNein. Koffein wirkt weiter, auch auf den Schlaf. Theanin nimmt höchstens etwas Nervosität.

Begriffe

Alpha-Wellen
Hirnstrommuster, das bei entspannter Wachheit auftritt, etwa mit geschlossenen Augen.
Blut-Hirn-Schranke
Filter zwischen Blut und Gehirn, der nur bestimmte Stoffe durchlässt.
EEG
Elektroenzephalografie. Misst die elektrische Aktivität des Gehirns über die Kopfhaut.
Umami
Herzhafter Grundgeschmack, ausgelöst etwa durch bestimmte Aminosäuren.

Orientierung, keine medizinische Beratung.