Veröffentlicht März 2015Im Lab seit 26. Oktober 2026

Hormontherapie nach den Wechseljahren und Herz

Zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bringt eine Hormontherapie insgesamt kaum Nutzen und erhöht das Risiko für Schlaganfall und Thrombosen. Wie es ausfällt, hängt vom Zeitpunkt des Beginns ab.

Studientyp
Meta-Analyse
Teilnehmende
40.410
Dauer
Mindestens sechs Monate, im Mittel einige Jahre
Dosis
Hormontherapie zum Einnehmen, gegen Placebo oder keine Behandlung

Kapitel 1:Wer wurde untersucht?

Frauen nach den Wechseljahren aus 19 randomisierten Studien.

Kapitel 2:Was kam raus?

Insgesamt schützte die Hormontherapie nicht vor Tod, Herz-Kreislauf-Tod oder Herzinfarkt. Schlaganfälle waren um 24 % häufiger, venöse Thrombosen fast doppelt so häufig. Bei Beginn innerhalb von 10 Jahren nach der Menopause waren Sterblichkeit und koronare Herzkrankheit niedriger (relatives Risiko 0,70 und 0,52, mittlere Beweisqualität), Thrombosen aber häufiger. Bei späterem Beginn gab es kaum Effekt auf Tod und Herz, aber mehr Schlaganfälle.

Kapitel 3:Veona-Einordnung

Belegt, aber nur für bestimmte Ziele oder Ausgangslagen.

Hochwertige Übersicht, deren Hauptergebnis klar gegen eine Hormontherapie zur Herzvorbeugung spricht. Der mögliche Vorteil bei frühem Beginn stammt aus einer Teilgruppenanalyse und ist kein Beleg für einen Schutz.

Kapitel 4:Grenzen der Studie

  • Ergebnisse werden von den drei größten Studien dominiert
  • Zeitpunkt-Analyse war explorativ
  • Nur Tabletten untersucht, keine Pflaster oder Gele

Kapitel 5:Quelle

Boardman et al., Cochrane Database Syst Rev 2015 ↗

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Einordnung der Redaktion. Orientierung, keine medizinische Beratung.