Altersschwerhörigkeit und Demenz
Schwerhörigkeit im Alter geht mit schlechterer geistiger Leistung und einem etwas höheren Demenzrisiko einher.
- Studientyp
- Meta-Analyse
- Teilnehmende
- 20.264
- Dauer
- Teils Querschnitt, teils mehrjährige Kohorten
- Dosis
- Altersbedingter Hörverlust im Vergleich zu normalem Hören
Kapitel 1:Wer wurde untersucht?
36 Studien aus 12 Ländern, Hörvermögen mit Hörtest gemessen.
Kapitel 2:Was kam raus?
In Langzeitstudien war Hörverlust mit 22 % höherer Wahrscheinlichkeit für geistige Beeinträchtigung und 28 % höherer für Demenz verbunden (Odds Ratio 1,22 und 1,28). Für Alzheimer allein war der Zusammenhang nicht gesichert.
Kapitel 3:Veona-Einordnung
Der Zusammenhang ist in Langzeitstudien moderat und beständig. Ob Hörverlust Demenz verursacht oder beides gemeinsame Ursachen hat, klärt diese Analyse nicht.
Kapitel 4:Grenzen der Studie
- Beobachtungsdaten, kein Nachweis von Ursache und Wirkung
- Studien unterscheiden sich in Hörtests und Tests der geistigen Leistung
- Wenige Langzeitstudien zu Demenz
Kapitel 5:Quelle
Weitere Studien zu Hörschutz und Hörtest
- Kommt drauf an
Beeinflussbare Risikofaktoren für Demenz
Die Lancet-Kommission schätzt, dass sich fast die Hälfte der Demenzfälle auf 14 beeinflussbare Faktoren zurückführen lässt. Hörverlust und hohes LDL-Cholesterin haben mit je etwa 7 % den größten Anteil.
Meta-Analyse
· 14. Okt. - Unklar
Hörgeräte gegen geistigen Abbau
Hörversorgung bremste den geistigen Abbau über 3 Jahre insgesamt nicht. In einer Teilgruppe mit höherem Risiko zeigte sich womöglich ein Nutzen.
RCT · 977 Teilnehmende
· 13. Okt. - Substanz
Ohrstöpsel auf dem Musikfestival
Ohrstöpsel verhinderten bei einem Festivalbesuch meist die vorübergehende Hörminderung, die ohne Schutz bei 42 % der Ohren auftrat.
RCT · 51 Teilnehmende
· 13. Okt. - Unklar
Lärmschutz am Arbeitsplatz
Gehörschutz senkt die Lärmbelastung deutlich, richtig eingesetzte Ohrstöpsel noch mehr. Wie gut Schutzprogramme langfristig vor Hörverlust schützen, ist schlecht untersucht.
Meta-Analyse
· 13. Okt.
Einordnung der Redaktion. Orientierung, keine medizinische Beratung.